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Sonntag, 27. November 2016

Paris: Auch beim zweiten Besuch noch magnifique!

Salut à tous,


[il y a trois semaines, j'ai visité Paris pour la deuxième fois dans ma vie. C'était très joli et détendu; Paris est vraiment diversifié et trois jours ne sont pas assez pour voir tous.]

Meine Rettung: Ein üppiges Frühstück nach unserer Ankunft
vor drei Wochen ging es nach meinem Austausch im Jahr 2008 endlich ein zweites Mal nach Paris. Nachdem ich in den vergangenen acht Jahren geistig über die Maßen gereift war, wollte ich Frankreichs Hauptstadt diesmal etwas bewussster wahrnehmen und dort drei zugleich entspannte und intensive Tage verbringen: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Flixbus hin und von Sonntag auf Montag wieder nach Hause.

Nach der Ankunft wünschte ich mich allerdings sogleich wieder in meine Teenagerjahre zurück: So leicht wie damals schien mein geschun-dener Körper die Strapazen der neunstündigen Nachtfahrt nicht mehr zu verkraften. Dafür hatten Melie und ich ein ausgesprochen zentral gelegenes Hotel im Quartier Latin gebucht, das neben seiner günstigen Lage auch durch üppige Vegetation an den Badezimmerwänden zu überzeugen versuchte. N'importe quoi, dafür war es günstig! 

Bonjour Paris!

In nächster Umgebung schauten wir uns zunächst die Notre Dame und das Pantheon an. Letzteres ist überaus schön gestaltet. Neben prachtvollen Innenwänden und einer goldenen Pendeluhr werden in der Gruft die Gebei-ne vieler namhafter Franzosen aufbewahrt, etwa von Rousseau oder von Jean Jaurès, dessen Namen ich allerdings respektloserweise nach wie vor hauptsächlich mit einer U-Bahn-Station in Toulouse verbinde. 

Die Notre Dame ist fraglos ein beeindruckendes Bauwerk. Auf einstündiges Anstehen im Nieselregen verzichtete ich jedoch gerne zugunsten eines heißen Coffee to go. Weitere Stationen: Rathaus, Centre Pompidou, Louvre... unglaublich, was Paris alles zu bieten hat!

Abends trafen wir dann Nicole, eine gute Freundin aus Ingolstadt, die den Luxus genießt, gleich ein ganzes Semester in Paris verbringen zu dürfen. Zusammen stiegen wir auf den Arc de Triomphe. Der wurde zwar seltsam grün beleuchtet, um das Zustandekommen des Weltklimavertrags zu feiern. Nichtsdestotrotz war die Aussicht auf das Lichtermeer von Paris inklusive Eiffelturm beeindruckend.

Bizarres Paris: Grüner Arc de Triomphe links, Katakomben Mitte und rechts.
Früh am nächsten Morgen besichtigten wir eine Sehenswürdigkeit einer Kategorie, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte: Les Catacombes, Teil des riesigen Tunnelsystems unter der Stadt. Im Lauf diverser Kriege und Seuchen haben die pragmatischen Bürger von Paris dort über sechs Millionen Gebeine aufgestapelt. Das Ergebnis ist heute zu besichtigen: Ein zugleich beeindruckender, bedrückender und ein wenig makabrer Ort. Am Ende der Tour durch die Gänge ist man froh, wieder draußen zu sein!

Die Mimik eines Weltmannes!
Danach ging es weniger morbid weiter: Von den Galeries Lafayette genossen wir einen weiteren tollen Rundumblick auf Paris, ehe dann die Touri-Attraktion in Paris schlechthin auf dem Programm stand: Le Tour Eiffel. 

Die Schlange davor war leider zu lang, um sich den Blick von oben herab auf Paris zu gönnen. Aber auch rund um den Turm herum ergeben sich viele schöne Perspektiven, gerade auch später bei Nacht. Erkenntnisse intensiver Betrachtung: Alle volle Stunde blinkt der Eiffelturm in pulsierenden Mustern, und nachts um eins wird die Beleuchtung dann ganz abgeschaltet. 

Nicole, Melie und ich. Im Hintergrund rein zufällig ein großer Turm, dessen Name mir leider entfallen ist.
Unser letzter Tag in Paris stand dann ganz im Zeichen von Montmartre: Zunächst genossen wir dort einen ausführlichen Brunch mit einer fantastischen Kombination aus süßen und herzhaften Elementen. Danach schlenderten wir  durch das wunderschöne Viertel mit seinen typischen Dächern und steilen Straßen in Richtung Sacré Coeur. 

Auch zu später Jahreszeit lassen sich die Treppen dort aufgrund der Menschenmassen nur im Schne-ckentempo bewältigen: Zu viele Menschen nutzen die Kulisse, um den Blick auf die Stadt zu genießen oder Erinnerungsfotos zu schießen. Dem standen wir dank Nicoles Selfie-Stick in nichts nach:

Selfie vom Selfie? Darauf kam auch der Postillon schon mal ;.)
Viel zu schnell ging der letzte Tag schlussendlich vorbei, bis hin zu einem enttäuschenden Abendessen mit einem arroganten und dreistem Kellner - auch das ist eben Paris! Aber das konnte niemandem ernsthaft die Laune verderben. Zu gelungen waren die drei Tage zuvor gewesen, und zu viele schöne Eindrücke hatten wir aus der Stadt mitgenommen. So traten wir die Heimreise nach Toulouse ein wenig wehmütig an. Der dritte Besuch kommt bestimmt!

Mittwoch, 9. November 2016

Full House in Toulouse - Landsberger Homies zu Besuch!

Salem aleikum Freunde, 


[la semaine dernière, cinq anciens amis de ma patrie sont venus me visiter - c'était très marrant et nous n'avons pas seulement visité Toulouse mais aussi Biarritz, Bayonne et San Sebastian encore une fois.]

...Moment, wieso die arabische Begrüßung? Stimmt, da war etwas: Schon im Auslandssemester in Marokko vor drei Jahren hatte ich Besuch von meiner besten "Landsberger Clique" bekommen - siehe dieser alte Blogartikel. Drei Jahre später war das Kommen meiner besten Freunde von daheim wieder etwas, dem ich ich seit Beginn des Frankreich-Aufenthalts freudig entgegengeblickt hatte. Und es wurden dann auch fünf sehr kurzweilige und schöne Tage!

Bienvenue à Toulouse, Kevin, Flo, Isi, komischer Gnom im blauen Shirt, Lisa und Anna!

Zunächst war Toulouse-Kennenlernen angesagt, mit allen Facetten, die treuen Bloglesern bekannt sein sollten ;-). Die französische Gastronomie beeindruckte meine Landsberger Freunde übri-gens durch Käfer im Salat ("pardon, c'est la sala-de fraîche...") und Käfer im Fleischspieß (daran hatte nicht nur der Käfer etwas zu knabbern ). Bei wunderbarem Wetter und französischem Frühstück morgens traten die dezent beengten Platzverhältnisse in den Hintergrund, für gute Laune und Spaß war gesorgt. Schön, wenn die "zweite Familie" sich jetzt mehr unter meinem Toulouser Studentenleben vorstellen kann! 

Am Ende einer kurzen und effizienten Abstimmung (sechsstündige Debatte) buchten wir am Sonntag um drei Uhr morgens Mietwagen und  Hotel für einen Ausflug Richtung Biarritz. Wir wollten unbedingt ans Meer, und nach dem tollen letzten Aufenthalt dort vor ein paar Wochen lag dieses Ziel nahe. Der tapfere Flo als Fahrer des zweiten Autos lernte schon bald das interessante Fahrverhalten französischer Autofahrer kennen, was seine Wertschätzung gegenüber unseren französischen Nachbarn nicht gerade steigerte. 

Biarritz, Plage du Miramar


Nichtsdestotrotz kamen wir sicher an und konnten uns über Biarritz bei Ebbe freuen. Zwischen dem  Grande Plage und dem Plage du Miramar spritzt bei größeren Wellen starke Gischt über die Felsen auf den Fußgängerweg. Eventuell hätte ich es meinen Freunden gleichtun und schnell dort vorbeihuschen sollen, anstatt aufreizend lässig und langsam durchzulaufen...das Ergebnis ist rechts zu besichtigen.

Später zwang uns unerwartet dichter Nebel zum Rückzug in eine leckere Tapas-Bar. Abends ging es kulinarisch gelungen weiter: Nach langer Suche entdeckten wir in Bayonne ein vorzügliches baskisches Restaurant mit einem etwas verrücktem, dafür aber herzlichem Wirt.
Aufgedreht, aufgeregt, finster - die Blicke der Crew kurz vor dem sehnlichst erwarteten Abendessen
Am Tag darauf hatten sich die Nebelschwaden verzogen. Nach einem feinen hausgemachten Frühstück in Bayonne und einer kurzen Tour durch die Stadt machten wir noch einmal in Biarritz Station, um unseren am Vortag unterbrochenen Spaziergang entlang der Küste fortzusetzen. Auch beim zweiten Aufenthalt dort beeindruckte mich Biarritz mit seinem Mix aus Eleganz und rauer See!

Biarritz avec le gang! Pardon für Gruppenbild numéro 3! ;-) 
Nach San Sebastian weiterzufahren, war dieses mal keine so geniale Idee - wir mussten knapp eine Stunde suchen, bis wir einen Parkplatz in einem der überfüllten Parkhäuser fanden. Dafür ist spansicher Kaffee dem französischen um Längen überlegen, wie Kaffeetester Prof. Dr.-Ing. Florian Caféclâtsch erfreut feststellte. 

Am Ende war der Besuch viel zu schnell vorbei - die Truppe flog Dienstagabend zurück nach München zum Arbeiten und Studieren, für mich waren zwei Tage TBS angesagt, bevor dann Paris auf der Agenda stand. Merci beaucoup Kinder, es war mir ein Fest! Auf hoffentlich noch viele gemeinsame Reisen!


Donnerstag, 20. Oktober 2016

Biarritz, Bayonne & Baskenland

Bonjour liebe Sportsfreunde,


[au cours de la semaine, nous avons eu beaucoup du travail pour l'université et une fête marrante à la maison d'un camarade d'études. Le voyage au week-end suivant, j'ai fait un voyage à la côte atlantique: J'ai beaucoup aimé la côte sauvage à Biarritz, la vieille ville à Bayonne et les baies jolies à Saint-Jean-de-Luz et à San Sebastián.]

wieder einmal liegt eine ausgesprochen intensive Woche hinter mir, die wie im Flug vergangen ist. Neben dem Unialltag und viel Projektarbeit war die Hausparty, die mein Kommilitone Paul für unsere Option Professionelle auf die Beine gestellt hatte, das entspannte Highlight unter der Woche. Unser mit 17 Leuten kleiner Schwerpunkt besteht aus einer klasse Truppe mit netten und herzlichen Leuten aus Frankreich, China, Indien, Mexiko, Deutschland und Polen - es gibt immer irgendetwas zum Lachen!

Am Freitagabend startete ich dann auf eine Fahrt, auf die ich mich schon seit Anfang meines Frankreichaufenthalts gefreut hatte: Es ging an die 300 km westlich gelegene Atlantikküste ins Baskenland bzw. ins französisch-spanische Grenzgebiet, begleitet von den frisch herausgekommenen neuen Sum 41- und Green Day-Alben. Erholung pur also!

Biarritz

Surfparadies vs. Zentrum der Haute-Volée: Biarritz
Ehemals als "Stadt der Reichen und Schönen" berühmt, ist Biarritz mittlerweile etwas legerer geworden: An einigen Prachthotels blättert ein wenig der Lack ab, dafür tummeln sich hunderte Surfer in den Wellen an der teils felsigen, teils von Sandstrand gesäumten Küste. Von oben hat dieser Anblick dann etwas von einem Ameisenhaufen...siehe obiges Bild links!
Rocher de la Vierge - Pflicht bei einem Biarritz-Besuch
Ungeachtet der Welle mehr oder minder talentierter Wassersportler gibt es noch mehr als genug Schicki-Micki-Kundschaft. Beim Frühstück fühlte ich mich zwischen 2-Stunden-geföhnt-und-gegeelten schaltragenden Lackaffen und deren Begleitungen dezent "underdressed".

Blick entlang der Küste. Wer sieht den Leuchtturm? ;-)

Der schöne Gebäudestil der Stadt und die spektakulären Ausblicke entlang der Küstenstraßen gefielen mir dennoch außerordentlich gut.
Am langen Strand bis zum Leuchtturm, an den Felsen am Rocher de la Vierge oder an der netten kleinen Hafenanlage könnte ich stundenlang entlangspazieren und aufs Meer blicken. Magnifique!


Bayonne

Bayonne & die Nive





Das Kontrastprogramm gab es am Nachmittag in Form von Bayonne: Eine urige, wunderschöne Altstadt mit sympathischer Athmosphäre. 



Eingerahmt von den Flüssen Adour und Nive bietet der Ort diverse schöne Fluchten und Fotomotive. Bemerkenswert ist der Gegensatz zwischen Grande Bayonne (zentrale Altstadt) und dem baskisch geprägten Quartier Petite Bayonne - es ist erstaunlich, wie gegensätzlich zwei direkt nebeneinander gelegene Stadtteile sein können. Und mir gefällt das baskische Dunkelrot, das man auf vielen Fensterläden dort sieht, sehr. 

Saint-Jean-de-Luz

Baskische Architektur in malerischer Lage: Saint-Jean-de-Luz
Auch weiter unterhalb entlang der Atlantikküste Richtung Spanien liegen mehrere schöne Kleinstädte. Eine davon ist Saint-Jean-de-Luz, lediglich rund 20 km von Biarritz entfernt . Ein "lebendiger Fischerort" (Lonely Planet) ist der Ort zwar zumindest am Sonntag leider nicht, der Fischmarkt war bei unser Ankunft leider schon geschlossen. Dennoch ein netter kleiner Strandort mit kleinen Gassen und einer weit ausgedehnten Sandbucht. 

San Sebastián

Kurz hinter der spanischen Grenze lag dann die letzte Station des Wochenendtrips, San Sébastian. Auch diese Stadt wird von einer weitläufigen Bucht eingerahmt; die lange Hafenpromenade liefert bei Sonnenuntergang eine sehr stimmungsvolle Kulisse. 
Beste Reisetruppe & Sonnenuntergang in San Sebastián
Unser Genuss des baskischen Flairs wurde anonsten leider etwas durch Glucosemangel und die quälend lange Suche nach einer guten Essgelegenheit getrübt - trotzdem wäre die Küstenstadt definitiv wieder einen Besuch wert.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

La vie quotidienne: Von Burgen, FIFA und Klopapier

Salut mes amis,


[La vie quotidienne à Toulouse se passe vite à cause du travail pour l'université et parce que les week-ends, je suis toujurs partis en voyage. Quand même, plusieurs événements drôles font ce temps amusant. En outre, j'ai visité la Cité de Carcassonne et c'était vraiment passionnant.]

im Toulouser Alltag bin ich mit Uni, Gruppenarbeiten und gelegentlichen Momenten sozialer Interaktion immer gut ausgelastet, da die Wochendenden für diverse Trips reserviert sind. Trotzdem wird es nie langweilig, diverse kleinere und größere Highlights lockern die "Arbeitstage" auf.

So etwa der Zweitageskurs über den Geschäftsraum Japan und die ASEAN-Region. Unterhaltsam, mit interessanten Praxisbeispielen und einer erfrischend herzlichen Art des französisch-japanischen Profs. Jede Aussage über kulturelle Unterschiede wurde garniert mit einem verschmitzen Lächeln und dem diplomatischen Zusatz "...and is it good or bad? I don't judge!".
"You always have this with you? Ah okay...interesting, but I don't judge!"
Lokale Berühmtheit erlangte diese Floskel, als der Dozent ein Werkzeug zum Tafelwischen suchte und der aufmerksame deutsche Student Clau Papier (Name von der Redaktion geändert) zur allgemeinen Erheiterung generös eine Rolle Klopapier zückte...

Aus der WG gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht zu vermelden. Letztere zuerst: Das Schwimmbad ist seit Anfang Oktober geschlossen - viel zu früh!
Die Fute macht das aber wieder mehr als wett: FIFA 17 ist da! :-) Damit ist für einige entspannte WG-Abende gesorgt, schließlich spielt das auch in Frankreich jedes maskuline Wesen zumindest gelegentlich. Nach zwei Auftaktniederlagen gegen Melvyn konnte ich mir zumindest den Respekt von Thomas erarbeiten - to be continued. Nur der Kommentator lässt sich zu meiner Enttäuschung nicht auf Französisch umstellen.

Schließlich gibt es natürlich auch noch ein Schmankerl für die reiseinteressierten Leser unter euch, die sich bis hierhin sicher denken "was zur Hölle, schreibt der Kerl nur noch über belanglosen Kleinkram?". Haltet euch fest, der Anblick einer monumentalen Festung wird euch für das erlittene Leid entschädigen!

Blick von den Mauern der Cité von Carcassonne
Bisher war mir Carcassonne nur als eines meiner Lieblingsspiele aus der Kindheit ein Begriff, aber das reale Vorbild ist tatsächlich eine beeindruckende Erscheinung. Zwar ist die Burg innen  mit einem mäßig authentischen Mix aus Touri-Restaurants und Touri-Shops samt Ritter-Accessoires vollgestopft.

Mit der finster dreinblickenden Burgwache ist nicht zu spaßen!
Dennoch besitzt die Cité durch die massiven Mauern und Türme, das enge Gassennetz und die ansprechende Aussicht einen eigenen Charme. Und in der Off-Season lässt es sich relativ entspannt herumspazieren, obwohl es trotzdem schwer ist, ein Bild ohne Photobomber zu knipsen. In jedem Fall ist Carcassonne ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug!

Montag, 3. Oktober 2016

Barcelona: Eindrücke aus einer Weltstadt

Hola a todos,


[Pour les Français: Le week-end il y a 8 jours,  j'ai visité Barcelone. J'ai trop aimé l'atmosphère, la vie culturelle, la fête de la ville, les parcs & la plage. Le voyage en autobus et recontrer une vielle pote m'ont fait penser à mon sémèstre en Maroc en 2011.]

mit etwas Verspätung möchte ich euch von meinem Barcelona-Trip am vorvergangenen Wochenende berichten. Ein paar wesentliche Stichworte:

Atmosphäre: Zwischen entspannt und laut
Barcelona ist eine vielfältige Stadt. Großstadtfeeling, Grünanlagen, Hektik, Entspannung, Strand, Berge und Hochhäuser - all das findet sich innerhalb weniger Kilometer. Wer jahrelang von Freunden und Bekannten erzählt bekommt, wie magisch Barca sei, ist vielleicht anfangs bei langen Fußmärschen quer durch feinstaubgeröstete Häuserblocks ein wenig enttäuscht.


Aber wer sich ein wenig Zeit nimmt, entdeckt bald die schönen Ecken, weiß, wo Shoppingtrubel und Entspannung zu finden sind, und wo die gerade nachts pulsierenden Altstadtviertel liegen.

Kultur: Es gibt mehr als nur die Sagrada Familia...
...aber die ist definitiv das Highlight im nicht gerade kulturarmen Barcelona. Leider konnte ich sie nicht von innen besichtigen, selbst Ende September muss man Tickets noch tagelang im voraus kaufen. Trotzdem beeindruckend!

Keine repräsentative Auswahl der kulturellen Highlights abseits der Sagrada. Der Torre Agbar (Mitte) hat mich trotzdem fasziniert.
Auch sonst hat die Stadt viel zu bieten. Neben tausend Museen rund um Dalí und andere Künstler auch eine überaus stimmige Kombination aus geschichtsträchtigen Monumentalgebäuden und modernen Bauwerken. Auf diese Weise erscheint die ganze Stadt offen und kreativ.

Unterhaltung: La Merce 2016
Für meinen Besuch hatte ich mir das ideale Wochenende ausgesucht: Barcelonas Stadtfest "La Merce" bot jeden Abend für ein grandioses Abendprogramm, das Konzerte, Live-Shows und etwa ein Feuerwerk beinhaltete. Das garantierte launige Abende mit toller Kulisse an vielen Orten in der Stadt.



Park Güell & Montjuïc: Spektakuläre Aussichten

Panorama vom Park Güell

Für mich als notorischen Kulturbanausen sind Aussichtspunkte stets das Schönste an Städtetrips. Barcelona machte da keine Ausnahme. Vom Park Güell war die gesamte Stadt bis zum Meer zu sehen. Ein atemberaubender Anblick!



Gegenüber, direkt am Meer, liegt der Berg und Park Montjuïc. Neben der Aussicht auf Barcelonas Hafenviertel finden sich hier viele kleine Gärten und die olympischen Sportanlagen von 1992. Getrieben von der Motivation, bloß nichts zu verpassen, bin ich an diesem Tag 37,5 km gelaufen - ein Fehler, den mir mein linker Fuß auch sechs Tage danach nicht verzeiht. Ich hoffe aber noch, dass es nur eine Dehnung ist und kein angeknackster Mittelfuß! 


Strand: Entspannung & Outdoor-Gym




Von Barcelonas Strand war ich positiv überrascht, hätte ich doch nicht gedacht, dass der Stadtstrand einer Großstadt so sauber und schön angelegt sein kann. Mittendrin: Eine eine sinnvoll gestaltete Zusammenstellung von Sportgeräten für Klimmzüge, Dips & Co. Diese erfreute sich im übrigen bei testosterongesteuerten jungen Männern ebensogroßer Beliebtheit wie bei weiblichen Zuschauern, die aus einigen Metern Entfernung jeden Adonis interessiert unter die Lupe nehmen.



















Erinnerungen an Marokko: Busfahrten und ein Teil der Casa-WG

Das erste Mal ohne Auto unterwegs, stattdessen sechs Stunden Flixbus mit anderthalb Stunden Verspätung: Da wurden zwangsläufig (positive) Erinnerungen an Marokko wach. Fernbusfahrten haben etwa Tiefenentspanntes. Noch besser war allerdings das Wiedersehen mit meiner ehemaligen Casablanca-Mitbewohnerin Carina! Für Unterkunft, Stadtführung und viele lustige Momente möchte ich mich auch hier noch einmal herzlich bedanken. Me ha gustado mucho!




Dienstag, 13. September 2016

Bordeaux & Dune du Pilat: Frankreich von seiner schönsten Seite

Bienvenue à nouveau,


Think big, drink bigger! ;-)
[Pour les lecteurs françaises: Le weekend dernier, j'ai visité la belle ville de Bordeaux que j'ai trop aimé, et après le Dune du Pilat. Cet endroit magique est fascinant et tranquelle en même temps.]

das vergangene Wochenende führte mich in eine der schönsten Regionen Frankreichs: Am Samstag stand Bordeaux auf dem Programm und sonntags dann die berühmte Dune du Pilat. Eindeutig ein Highlight meines Auslandssemesters!

Bordeaux ist eine tolle Stadt, die einen großzügigen Grundriss mit einer lebendigen Atmosphäre aus Restaurants, Cafés, Flaniermeilen und abendlichen Straßenkonzerten verbindet. Der gelungene Gesamteindruck übertrifft einzelne Highlights. 

Bordeaux, Place de la Bourse
So ist etwa der Place de la Bourse mit seinem Spiegelbecken zwar ansehnlich, aber aufgrund wechselnder Bewässerung und durchs Wasser laufender Leute nie so zauberhaft wie auf den Werbefotos. Bei Nacht wirkt die Stadt entlang der (tagsüber schlammig braunen) Garonne sehr stimmungsvoll.

Bordeaux hat einen eigenen, unverwechselbaren Charakter zwischen Altstadt, Wein, gutem Essen und Parks.
Neben einer Tour durch die Altstadt und an der Garonne entlang erkundeten wir auch einige putzige Läden in den langen Einkaufsstraßen und statteten einer Vinothek einen obligatorischen Besuch ab. Dort wurden wir nicht nur sehr freundlich empfangen, sondern erhielten auf Anfrage auch eine vorzügliche Restaurantempfehlung. Mein Menü rund um ein 300-Gramm-Entrecôte entpuppte sich als bisher beste Mahlzeit in Frankreich!

Oben!
Bevor es am Tag darauf an die Dune du Pilat ging, stärkten wir uns im Küstenort Arcachon mit einem Mittagsmenü mit frischen Zutaten direkt vom Wochenmarkt. Der Berg an Kalorien erwies sich danach als überaus nützlich, um im Schweiße unseres Angesichts die Düne zu erklimmen. Für die zehn anstrengenden Minuten wurden wir mit einem atemberaubenden Panoramablick belohnt. 


Die Aussichten auf Wald, Düne und das Meer von verschiedenen Höhenniveaus herab und zu verschiedenen Tageszeiten luden zu auslandenden Foto-Sessions ein und lösten zugleich ein erfüllendes Gefühl innerer Ruhe in mir aus. Ein wahrhaft magischer Ort!

Wer sich zehn Minuten vom Massenbetrieb auf dem höchsten Aussichtspunkt entfernt, hat seine Ruhe und kann einen extrem entspannten Tag in den Dünen verbringen. Dabei konnte ich zum ersten Mal seit Marokko wieder im Atlantik schwimmen, der noch überraschend warm war. Nach einem ausgiebigen, wunderbaren Aufenthalt ging es dann spätnachts an Wildschweinen vorbei zurück zum Auto und wieder nach Toulouse - schließlich ging tags darauf endlich die Uni los. Der Akku dafür ist aufgrund der erholsamen letzten Wochen voll aufgeladen!

Freitag, 9. September 2016

Südfrankreich-Trip: Von Stränden, Städten und der puren Erholung

Hallo meine Lieben,


heute schreibe ich euch von einem schwimmenden Café, das auf einer Plattform auf der Garonne knapp unterhalb der Pont Neuf  verankert ist und das langsam und bedächtig mit dem Gewässer auf und ab wippt. Der perfekte Platz, um die zahlreichen und bunt gemischten Erlebnisse der letzten Tage entspannt Revue passieren zu lassen und mein Gedanken zu ordnen.

Meine grobe Reiseroute. Bezeichnenderweise haben nicht alle Stationen auf einmal in Google Maps gepasst...
Die freie Woche nutzte ich, um in vier Tagen auf eigene Faust so viel von der Lebensart, Kultur und den Stränden Südfrankreichs mitzunehmen wie möglich. Weniger pathetisch ausgedrückt: 1.200 km Autofahrt, sechs Strände, neun besichtigte Orte und laut präziser Zählung 1.847 grand cafés und menus. Und so seltsam das klingt - ich habe mich selten erholter und freier gefühlt als in diesen Tagen zwischen Check-In-Terminen, Stadtrundgängen, Stränden und Autobahn-Mautstellen.

A propos Strände: Saintes-Maries-de-la-Mer ist ein überaus nettes Plätzchen in einer überaus netten Lage

Um die Nähe zum Meer und die warmen Septembertemperaturen auszunutzen, war mindestens ein Strandbesuch am Tag Pflicht. Entlang der Küste finden sich hier wahre Perlen, die alles bieten, was das Herz begehrt: Ob weitläufige Strände mit einer Vielzahl an Muscheln (Agde), teils naturbelassene Buchten in Nationalparks (nahe Saintes-Marie-de-la-Mer), stadtnahe Rückzugsorte im Postkarten-Look (Plage Borély bei Marseille) oder erhabene Stranddünen mit feinem Sand (Plage de l'Espiguette) - jeder von ihnen wusste auf seine Weise zu gefallen. Traumhaft! 

Rundum beeindruckend: Die römische Arena in Nimes
Nimes, Jardin de la Fontaine
Abgesehen davon standen einige sehenswerte Städte auf dem Programm. Bei meinem Besuch in Nimes war ich positiv überrascht. Der Jardin de la Fontaine ist schön ausgestaltet und bietet an seiner höchsten Stelle einen beeindruckenden Aussichtspunkt. Und die etwas verwinkelte Altstadt ist gar nicht so langweilig, wie es der Lonely-Planet-Bericht vermuten lässt - mir gefielen die schlichten, unaufgeregten Straßenzüge. Das unangefochtene Highlight der Stadt sind aber Les Arènes, eine römische Arena, die erstaunlich gut erhalten ist und 40.000 Zuschauer fasst. Auf den oberen Rängen stehend konnte ich mir die aufgeheizte Stimmung bei blutigen Kämpfen vor 2000 Jahren sehr gut vorstellen.

Die Pont du Gard
Da der Besuch in Nimes mehr Zeit in Anspruch nahm als vorher gedacht, konnte ich die berühmte Pont du Gard nur noch bei Nacht bewundern. Das hatte aber auch seinen Reiz, bei wechselnder Beleuchtung ergaben sich beeindruckende Motive. 

Meine erste Nachtstation Arles entpuppte sich bei Tag als ansehnliches kleines Städtchen, das man bequem zu Fuß erkunden konnte. Römische Bauwerke wie eine Arena und ein Amphitheater stehen einer ausgeprägten Kunstszene gegenüber. Vincent van Gogh zu Ehren, der dort für einige Jahre gewirkt hat, habe ich mich sogar in eine Kunstausstellung verirrt -  gar nicht mal so übel!


In Saintes-Maries-de-la-Mer ist dann der spanische Einfluss eindeutig sichtbar (dank Paella auch gaumenmäßig erfassbar ;)), die meisten Häuser sind schlicht und in Weiß gehalten. Rund um den Ort erstreckt sich der Nationalpark der Camargue, der für Touristen über Touren auf weißen Pferden zugänglich ist.

Cassis, c'est sympa. c'est tranquille...

Meine zweite Nachtstation Cassis erreichte ich wegen Waldbränden über Umwege. Ein kleiner, putziger Ort im Hang, der bei Nacht ein schönes Hafenpanorama bietet. Ideal also, um dort einen langen Tag ausklingen zu lassen.

Abends versprüht die Hafeneinfahrt Marseilles antiken Charme...



Den Fix- und Höhepunkt meines Trips stellte Marseille dar, worauf ich sehr gespannt war, da die Meinungen, die ich zuvor gehört hatte, weit auseinandergingen. Ich kann durchaus verstehen, dass einige die Stadt als "hässlich" empfunden haben und meinten, sie hätte wenig zu bieten: Die Randviertel und Straßen abseits des Zentrums versprühen wenig Charme.
...während der alte Hafen sonst von der Spannung "alt gegen neu" lebt.

Trotzdem fand ich Gefallen an der Hafenstadt, da der vieux port mit einem gelungenen Kontrast von uralten Festungen gegenüber hochmodernen Museen und Kunstwerken aufwarten kann. Das Altstadtviertel le panier wirkt urig und authentisch, während nicht weit davon entfernt mutige, futuristische Bauten wie die villa méditerannée das Stadtbild erfrischend auflockern. 

Fazit: Marseille ist einen Besuch mehr als Wert - man muss sich aber vorher informieren, um die Stadt genießen zu können. 

Die letzte Unterkunft lag dann im seelenlosen Massenort Palavas-les-Flots - schnäppchenbedingt. Schöner wurde es dann am auslandenden Plage de l'Espiguette: Die Sanddünen und der endlos lange Strand, an dem viele Besucher nachmittags Drachen steigen lassen, machen den Strand zu etwas Besonderem. 

Saint-Guilhem-le-Desert und die naheliegende Pont du Diable waren ein gelungener Abschluss meines Kurztrips.
Auf dem Heimweg machte ich dann noch in Saint-Guilhem-le-Desert Station, ein bilderbuchhaftes Bergdorf oberhalb von Montpellier. Direkt davor: Die Pont du Diable, eine spektakuläre Brücke über eine Schlucht, die mir schon aus meinem ersten Französisch-Lehrbuch bekannt war. Die Badestelle darunter kam wie gerufen, um mir vor den letzten drei Stunden Heimfahrt noch das Salz vom Körper zu waschen! 

Alles in allem eine sehr gelungene Woche, die über das Wochenende mit dem Trip nach Bordeaux und zu den Dunes du Pilat abgerundet wird. Bis bald!