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Sonntag, 17. November 2013

Hoher Besuch!

Guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren,


Die letzten zwei Wochen war Besuch angesagt! Und zwar von der Mama höchstpersönlich! Die hat die Gelegenheit für eine Reise nach Afrika beim Schopfe gepackt. Chapeau für so viel Reiselust!

Dörthe & Dromedar!

 Eine von einem deutschen Unternehmen organisierte Reise mit insgesamt 8 weiteren Deutsch(sparchig)en zwischen 30 und 64 Jahren und deutschsprachigem Reiseführer - das war ein Kontrastprogramm zu den bisherigen Trips. Erwähnenswerte Neuerungen waren unter anderem:

  • Gehobene Hotels (mit Pool) anstelle von 5-Euro-Budgetunterkünften ohne Warmwasser & mit Bettwanzen
  • Ein kompetenter deutschsprachiger Reiseführer samt umsichtigem Fahrer statt bröckchenweise Englisch radebrechenden, bizarren lokalen Guides und einem kiffenden Rennfahrer als Chauffeur
  • Um elf Uhr im Bett liegen, anstatt bis nachts um eins mit zahlreichen Freunden des Marihuana-Konsums am Feuer zu hocken
  • Gesittete Tischmanieren im Gegensatz zu wildem und unkompliziertem Drauflosschlingen
  • Gefühlte 1000 Kasbahs besichtigen (~Schutzburgen aus Lehm) anstatt "Five Minutes!" (Pausenansage bei der buslastigen ersten Wüstentour)
  • Extrem redselige Schwaben, die von Reiseleiter Ahmed schon bald anschaulich als "Radios" beschrieben wurden 


Eine der zahlreichen Kasbahs der Rundreise!






Zwar kannte ich einige der Stationen der Reise schon von der ersten Wüstentour. Dennoch gab es noch genug Neues zu entdecken und in Nkob und Agdz war ich davor noch nie gewesen. Viele Eindrücke, lustige Gespräche und das gemeinsame Reisen mit meiner Mutter - eine tolle Woche!








Mein persönliches Highlight war eine dreißigminütige Morgenwanderung auf die höchste Düne am Erg Chebbi mit folgendem Sonnenaufgang - schlicht einmalig!

Im Anschluss waren vier Tage "Freizeit" abgesagt, und so bekam mein Special Guest auch noch Marrakech, Casablanca und Rabat zu Gesicht. Eine zweite Reise ist dennoch Pflicht - vielleicht dann mit der ganzen Familie!





Die Wüste bietet unendlich viele Fotomotive... 

Falls sich jemand wundert: Natürlich bot die Reise weit mehr als "nur" Wüste. Aber ich habe fast nur da Bilder gemacht - der Rest liegt auf Moms SD-Karte in Landsberg. ;-)

Freitag, 25. Oktober 2013

Marrakech - Eindrücke aus einer umtriebigen Stadt

Sabahu alchair! Guten Morgen allerseits!


Vor unserer Wüstentour nahmen wir uns zwei Tage, um in die populärste und umtriebigste Stadt des Landes einzutauchen. Schließlich ist Marrakech für Lebensart wie Kultur und Nachtleben über Marokkos Grenzen hinaus bekannt.

Unser Hostel lag sehr nah am berühmten Platz "Djemaa el Fna" - ein Ort, den man gesehen haben muss. Tausende Menschen tummeln sich, der Lärmpegel und das Menschen-und Stimmengewirr nehmen Neuankömmlinge sofort gefangen.
Neben etlichen Pferdekutschen, die Einheimische wie Touristen befördern, warten dort auch Verkäufer von frisch gepresstem Orangensaft (fein säuberlich mit Nummer von 1 bis etwa 100 nummeriert). Der ist richtig lecer und kostet überall nur 4 Dirham, umgerechnet 36 Cent! Ein "democratic price", wie der gewiefte marokkanische Gewerbetreibende sagen würde!

Nummer 42: Omar entpuppte sich als einer der besonders herzlichen Verkäufer.
Zahlreiche Restaurants laden Passanten zu günstigen und leckeren Speisen ein, während Berbergruppen musizieren und Schlangenbeschwörer ihre Kobras präsentieren. Brrr, ich finde so einen Platz toll, habe aber trotzdem Riesenangst vor Schlangen...habe daher dankend abgelehnt, als mir ein Einheimischer eine umhängen wollte ;-) Die Betriebsamkeit und Herzlichkeit der Leute lässt schnell vergessen, dass hier im Jahr 2011 der letzte Terroranschlag in Marokko verübt wurde, der 17 Todesopfer forderte.

Marrakech bietet sehr viel zu entdecken und lädt zum stundenlangen Streifzug durch Soukhs, Gärten und Riads ein. Vorsicht ist allerdings geboten: Händler und falsche Guides wissen ganz genau um die vielen Touristen und versuchen diese auch entsprechend zu melken...für uns als bereits verhandlungs- und smalltalkerprobte Wahl-Marokkaner war das aber kein Problem.

Auch wenn es hier nicht danach aussieht: Das ist der wunderschöne Gewürz-Soukh. Empfehlenswert!

Nach eineinhalb Stunden umherirren haben Isabelle und ich dann sogar die Medersa (alte Koranschule) gefunden. Wer eine solche Schule einmal gesehen hat, weiß erst zu schätzen, wie gut es heutige Studenten haben...alhamdulilah.


Wie ihr seht, habe ich der Medersa den Fokus voll und ganz auf ernsthafte Bildung gelegt.

Als Kontrast zur Hektik auf dem Djemaa el Fna und in den Gässchen bietet der "Jardin Majorelle" Ruhe und exotische Schönheit: Kakteen, Palmen und andere Pflanzen aus aller Herren Länder finden sich dort. Der perfekte Ort zum Abschalten und Kraft tanken!

Im Jardin Majorelle.... eine Rückzugsoase für soukh-müde Reisende.



"Faire la pause" mit heißer Schololade und Eis -  délicieux!

Sämtliche Fotos von unserem zweitägigem Aufenthalt stammen vom ersten Tag. Warum?:
Lessons learned: Iss niemals in einer Stadt panierten Fisch, die nicht am Meer liegt. Und wenn er noch so lecker aussieht - dein Magen dankt es dir!